Meditation - Eine Zukunft im Niemandsland

Das Interesse an Meditation, vertiefter Selbstwahrnehmung, Erleben einer Bewusstseinserweiterung und Transformation steigt von Jahr zu Jahr. Krankenkassen übernehmen mittlerweile die Kosten für achtsamkeitsbasierte meditative Stressbewältigungsprogramme und Manager erwerben, beispielsweise im Rahmen von Weiterbildungen zum Gesundheitsmanager die Führungskompetenz „Achtsamkeit.“ Eine Fähigkeit die sie darin unterstützt ihre vielfältigen Aufgaben ohne Schaden an der eigenen Gesundheit bewältigen zu können, indem sie eine innere Distanz der neutralen Beobachtung und Akzeptanz allen Erscheinungen gegenüber. Meditation als körperorientiertes Entspannungsverfahren dient der Förderung von Gesundheit, Wohlbefinden und Glück. Es existieren gesicherte Erkenntnisse darüber, dass durch Meditation induzierte Entspannungszustände das Immunsystem stärken, sowie die Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems und die Resilienzfähigkeit erhöhen. Kliniken integrieren Meditationsmethoden in ihr Therapieprogramm und erzielen damit nachhaltige Erfolge.

Der Trend zu intensiverer Selbsterfahrung und mehr Achtsamkeit in „Arbeit und Leben“ hält an. Erfahrene Gesundheitsmanager, Präventologen oder Meditationslehrer sind gesuchte Fachkräfte. Die aktiven Meditationsmethoden von Osho mit ihrer emotionslösenden Wirkung können zudem intensive  Reaktionen hervorrufen. Dadurch werden mentale und psychische Prozesse in Gang gesetzt, die fachkundige Begleitung erfordern.

Was ist und wozu dient Meditation?

Seid Mitte der sechziger Jahre, gehört Meditation zum allgemeinen Sprachgebrauch. Meditative Verfahren sind Übungsmethoden, um für sich „die Mitte“ zu finden. Meditative Methoden und der Versenkung unterstützen den Praktizierenden dabei, immer wieder neu die philosophische Grundfrage „Wer bin ich?“ zu beantworten. Viele benutzen Meditation dazu, sich besser kennenzulernen, ihre Wahrnehmung zu schulen, eine bessere Konzentrationsfähigkeit, mehr Durchsetzungskraft, transpersonales Vertrauen und inneren Frieden zu erlangen.

Zunächst ist das Üben einer Meditationsmethode immer ein bewusstes, absichtliches Heraustreten aus dem Modus des Alltags. Um sich angesichts der digitalen multitasken Gesellschaft nicht in den Datenfluten zu versinken und unter dem Druck ständiger Verfügbarkeit nicht zusammenzubrechen, macht der Blick nach innen manches klarer. Dabei wird dem Praktikant der gewählten Methode –schulenübergreifend- anfänglich zunächst der eigene innere Zustand bewusst. Die eigene Zerrissenheit, Unruhe, Angst, Zweifel, das Gefühl allein zu sein, dass sich erst später und kontinuierlicher Praxis transformiert in Freude, Vertrauen und All-ein-sein. Ehe Gedanken, Emotionen und Gefühle, Fragen und Sorgen schweigen, ehe es gelingt, den „reinen“ Augenblick – ohne Bewertung! – wahrnehmen und schätzen zu lernen schult der Meditierende den inneren Beobachter, das Dritte Auge. Damit, erhebt er sich aus dem Rad des Alltags, steigt aus dem Modus des Autopiloten aus und unterliegt nicht mehr länger dem verinnerlichten Reiz-Reaktions-Schemas seines Alltagsbewusstseins. Er schafft dadurch die Distanz die für den Poor Look von entscheidender Bedeutung ist. Um die typischerweise auftretenden anfänglichen Widerstände zu überwinden, die sich im Regelfall zu Beginn des Übens einstellen, entwickelte der indische Professor der Philosophie Osho und Mystiker seine paradoxen aktiven Methoden. Sie basieren auf den uralten Prinzipien der Meditation, wie die Atembeobachtung, das Einhalten bestimmter Bewegungsabläufe und Wahrnehmungsübungen, sind jedoch ergänzt durch die Wirkungsmechanismen der humanen Psychologie des Westens. Sobald regelmäßig geübt wird, verändern sich die Wahrnehmung und Erfahrung des eigenen Körpers, der Stimmungen, der Gedanken und der Umgebung. Meditation ist ein zielloser Weg der Körper und Geist in Harmonie miteinander und mit der Umwelt bringt und zu einem achtsameren, liebevolleren, akzeptierenden, und damit meditativem Sein führt.

Bewegungsmeditationen gehen durch ihren Wechsel von Bewegung und Stille mit der Natur. Die Praxis übersteigt den Bereich der verbesserten Selbstwahrnehmung, der körperlichen Entspannung, Zentrierung, Erdung und mentaler Sammlung. Sie sind mit der Jahrtausende alten Weisheitslehre des Ostens verbunden, die lehrt, dass etwas Göttliches im Menschen vorhanden ist, das man in sich entdecken kann: ein „kosmisches Bewusstsein“, „Verbundenheit mit etwas größerem Ganzen“ oder die „All-Einheit“ von Welt, dem Universum oder Gott.

Meditation entspannt

Das gegenwärtig oft anzutreffende Stress- oder Burn-out-Syndrom, das nachweislich Ursache vieler Krankheiten ist, kann durch kontinuierliche Meditationsübungen verändert werden. Stress und seelische Konflikte drücken sich auf der körperlichen Ebene z.B. in Muskelverspannungen oder Kopfweh aus. Die Kundalini und die Dynamische Meditation sind einfach erlernbar sind und eignen sich zur gezielten Entstressung und achtsamen Selbstregulierung und helfen Verspannungszustände und Schmerzsymptome zu verringern und zu beseitigen.

Während das Autogene Training an der Einbildungskraft des Menschen ansetzen, weil sie mit autosuggestiven Merksätzen wie „mein Arm ist warm und schwer“ arbeiten, verwenden die genannten körper-psycho-orientierten  Meditationsmethoden konkrete Atem- und Bewegungsabfolgen, um eine bessere Sauerstoffversorgung, die Beseitigung emotionaler Blockaden und eine differenziertere Körper-wahrnehmung und damit eine Entspannung von Körper und Geist herbeizuführen. Denn Körper und Seele gehören zusammen und ein entspannter Körper wirkt sich auf die Psyche aus, wirkt harmonisierend und erzeugt im Hirn Kohärenz –und damit Glück.

Meditation konzentriert

Neben der einfachen körperbezogenen entspannenden Anwendung können die Kundalini und die Dynamische Meditation zur Veränderung der seelischen Befindlichkeit eingesetzt werden. Der Weg von innerem Stress, Unwohlsein und Unruhe zur emotionalen und mentalen Sammlung verläuft über die Kombination von Bewegung bzw. Aktion und Stille. Psychologische Studien zeigen, dass Belastungen nicht primär durch äußere Umweltfaktoren entstehen, sondern die innere Einstellung, mit anderen Worten, die Wahrnehmung und Bewertung eines Ereignisses den entscheidenden Einfluss darauf nimmt. Diese kognitiven Muster stehen meist im Zusammenhang mit negativ bewerteten Emotionen und Gefühlen (Angst, Überforderung, Ärger oder Wut) denen sich die Betroffenen hilflos ausgeliefert fühlen.

Meditation entschleunigt

Viele Menschen stehen unter enormen täglichen Druck und geraten allein bei der Vorstellung, sich nach innen zu gehen, sich zu sammeln, zu konzentrieren, zu fokussieren, in Unruhe, weil sie die ersehnte Stille nicht unmittelbar herstellen können. Meditation ist ein zielloser Weg der absichtslos gegangen wird, offen, mit den Augen eines Kindes. Ein paar Mal zu meditieren reicht da nicht aus und doch wirkt jede einzelnen Übungsstunde disziplinierend. Es kommt auf die innere Haltung an, die Präsenz im Augenblick der Minuten in der Übung. Begibt man sich tief genug hinein haben Vergangenheit und Zukunft in diesem Moment keine Chance Einfluss zu nehmen. Der Übende ist Herr in seinem Haus. Und doch ist es allzu menschlich das es auch mal nicht so intensiv ist in der Übung, das die Gedanken abdriften oder vorauseilen und der besonders in unseren Breitengraden so geschulte innere Kritiker gleich nach der Übung auf dem inneren Bildschirm erscheint. Da hilft das Kultivieren einer wohlwollenden akzeptierenden Haltung sich selbst gegenüber, ein auf die Schulter klopfen, ein anerkennen der Mühe und ein liebevoller Blick auf das (noch) unzureichende. Perfekt imperfekt eben, auf dem Weg – und das nicht erst seit heute, oder?

Erst recht wenn der Meditierende aufgeht im Tun. Der Atmende wird zum Atmen, der Springende zum Springen der Tanzende zum Tänzer, usw. Eine wesentliche Veränderung tritt ein wenn der Schritt zum Loslassen der ständigen Gedankenflut, d.h. zum Loslassen von Kontrolle über tief vergrabene Gedanken und Gefühle, gelingt. Die ersten drei Phasen der Dynamischen Meditation und die ersten beiden Phasen der Kundalini Meditation helfen bei diesem Letting Go und zeigen durch den Flow den weiteren Weg. In der Konzentration auf das „Chaotische Ausatmen“ der Dynamischen hat kein Gedanke Platz. In der Hingabe an das Herauslassen, das kathartische Ausagieren von Emotionen in Verbindung mit den strömenden Gedanken können sich Energieblockaden lösen, in der tiefen Stille der passiven Phasen können Formeln wie „ich bin nicht der Körper, ich bin nicht die Gedanken“ dabei helfen, sich von der Tyrannei des unaufhörlichen Gedankenflusses, der Macht emotionaler Muster eingrenzender Prägungen zu lösen und in sich selbst die Instanz eines Beobachters zu internalisieren. Neurowissenschaftler haben herausgefunden das dieser neutrale Zeuge sich in der Hirnregion befindet, die in der östlichen Weisheitslehre das Dritte Auge genannt wird.

Dynamisch meditieren?

Meditation entspricht einem tiefen Bedürfnis unserer Zeit. In engem Kontakt zum eigenen Körper,  zur Seele, zum Gefühl und zum Universum zu stehen – dieser tiefe Wunsch nach Verbundenheit ist spiritueller Natur und entspricht der Sehnsucht nach dem Sinn. Ob der Gipfel des „All-Ein-Seins“ in der Meditationsübung entdeckt werden kann, und sich daraus ein meditativer Zustand des Seins entsteht, ist aber keine Frage der Methode, sondern ein Geschenk.

Meditation wirkt auf lange Sicht immer transformierend, erweitert das Bewusstsein, zeigt das sich wandelnde Ich, ebenso wie den sich wandelnden Moment aus dem der nächste entsteht. Pan ta rei. Alles fließt, wie wir wissen. Das Persönlichkeitsideal der östlichen Kultur geht mit der Identität und dem Selbstverständnis eines westlichen Ichs eine Symbiose ein. Der Kreis schließt sich.

Spirit ist neutral. Auf den Kultstätten der Kelten und Germanen haben die ersten Christen ihre Kirchen gebaut. An gleicher Stelle, in den alten Mauern mit Kreuzgang befindet sich heute ein mitten im Odenwald ein Kloster mit Namen „Buddhas Weg“. Hier lernen Westler christlicher Prägung buddhistisch meditieren.

Gemeinsam mit der Gezeiten Haus Akademie in Wesseling gehe ich erneut das Experiment ein, Menschen in Sachen Gesundheitsmanagement auszubilden, zu spezialisieren und ihnen die Qualität von Meditation und Achtsamkeit, als Führungsprinzip, zu vermitteln. Die Weiterbildung kommt auch bei Anfängern gut an, zeigt nachhaltige Wege der Verhaltens- und Verhältnisprävention, stellt das Thema gesund arbeiten und ein salutogenes Gesundheitsverständnis in den Mittelpunkt.(Pfeifer2017©)